Wo Gold krank macht

Jugendarbeit und Gesundheitsfürsorge in Agroyesum-Kumasi (Ghana)

 

Als die Europäer im 15. Jahrhundert ihre Entdeckungsreisen entlang der afrikanischen Westküste begannen, stießen sie an einem Küstenabschnitt auf Gold. Das trug diesem Küstenstreifen später den Namen „Goldküste“ ein. Das Gold, das sie von den Küstenbewohnern eintauschen konnten, stammte aus dem etwa 150 km entfernten Landesinneren, dem Gebiet der Ashanti. Die Ashanti-Region liegt heute im Staat Ghana, und nach wie vor wird hier Gold abgebaut, doch zu welchem Preis! 

 Ein fragwürdiges Abkommen zwischen den Regierungen von Ghana und China hatte zur Folge, dass in den letzten Jahren der Illegale Goldabbau in großem Maße vorangetrieben wurde. Ghana hat von China einen Megakredit bekommen, um eine bessere Infrastruktur aufzubauen. Dafür bekam China Zugang zu den Rohstoffen des Landes. 

Jedes Jahr kommt eine große Zahl chinesischer Arbeiter nach Ghana, weil sie beispielsweise als Teebauern in ihrer Heimat kaum etwas verdienen konnten. Nun hoffen sie darauf, ihr Glück in der Fremde zu machen. Tausende von ihnen sind in den illegalen Goldabbau involviert. Mit riesigen Baggern wird nach dem glänzenden Edelmetall gegraben. Dabei wird keine Rücksicht auf die einheimische Bevölkerung genommen. Farmland wird zerstört und den ghanaischen Kleinbauern die Existenzgrundlage genommen. Um das Gold in einem letzten Arbeitsschritt aus dem schwarzen Sand, in dem es enthalten ist, herauszulösen, verwendet man hochgiftiges Quecksilber. Das wiederum führt zu einer Verseuchung des Trinkwassers.

 

In Agroyesum, einem Ort in der Ashanti-Region, haben Claretiner aus dem nahegelegenen Nigeria vor vier Jahren die Pfarrei St. Anthony übernommen. Rund 2 300 Katholiken gehören der Gemeinde an. Auch hier stellt der illegale Goldabbau ein großes Problem dar. Pater Venatius sorgt sich außerdem um die Jugendlichen seiner Gemeinde, die kaum Zukunftsperspektiven haben und nutzlos in den Dörfern herumlungern, wenn sie nicht gerade an einem Programm der Claretiner teilnehmen. Hinzu kommt, dass die Gemeinde, die zur Diözese Obuasi gehört, dringend in Gesundheitsdingen geschult werden muss. Es gilt, Krankheiten zu bekämpfen, darunter HIV/Aids, Malaria und Buruli, eine infektiöse Erkrankung der Haut und Weichteile mit Bildung zum Teil ausgedehnter Geschwüre.

 

Hier können Sie spenden.